8 Kräutersalze selbst herstellen – würzige Vorräte aus der Natur
Kräuter konservieren, ihren Duft bewahren und gleichzeitig etwas ganz Besonderes für die Küche herstellen: Kräutersalz gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, frische Kräuter haltbar zu machen. Ein Glas selbst gemischtes Salz bringt nicht nur Würze auf den Teller, sondern auch den Geschmack von Sommer, Garten und Kräuterbeet.
Ob klassischer Kräutermix, mediterrane Mischung, frischer Zitronenduft oder kräftiger Bärlauch – Kräutersalze lassen sich ganz nach Geschmack zusammenstellen. Auch Wildkräuter und essbare Blüten eignen sich wunderbar.
Das Grundprinzip ist immer ähnlich: Kräuter werden mit Salz vermischt und anschließend gründlich getrocknet. Wichtig ist dabei vor allem, dass keine Feuchtigkeit im fertigen Salz zurückbleibt. So lässt es sich lange aufbewahren.
Hier kommen acht unterschiedliche Rezepte, die sich wunderbar zum Selbermachen eignen.
1. Kräuterklassiker – das einfache Kräutersalz für jeden Tag
Dieses Kräutersalz ist ein echter Allrounder. Es passt zu Kartoffeln, Gemüse, Salaten, Suppen, Eierspeisen oder einfach auf ein Butterbrot.
Zutaten
- 100 g grobes Meersalz
- 1 EL Petersilie
- 1 EL Schnittlauch
- 1 EL Liebstöckel
- 1 EL Majoran
- 1 EL Thymian
- 1 TL Rosmarin
Die Kräuter können frisch oder bereits getrocknet verwendet werden.
Zubereitung
Frische Kräuter fein hacken und mit dem Salz vermischen. Die Mischung dünn auf einem Backblech oder einem mit Backpapier ausgelegten Teller verteilen.
Bei niedriger Temperatur im Backofen trocknen lassen. Alternativ eignet sich ein Dörrautomat. Die Kräuter sollten vollständig trocken sein. Anschließend alles noch einmal gründlich vermischen und bei Bedarf etwas feiner mahlen.
Tipp: Besonders aromatisch wird das Salz, wenn ein Teil der Kräuter erst kurz vor der Verwendung frisch getrocknet und verarbeitet wird.
2. Mediterranes Kräutersalz – ein Stück Urlaub im Glas
Rosmarin, Thymian und Oregano bringen sofort mediterranes Aroma in die Küche. Dieses Salz passt hervorragend zu Tomaten, Ofengemüse, Kartoffeln, Pasta, Focaccia und gegrilltem Gemüse.
Zutaten
- 100 g Meersalz
- 2 EL Rosmarin
- 2 EL Thymian
- 2 EL Oregano
- 1 EL Basilikum
- 1 TL getrocknete Zitronenschale
Zubereitung
Alle getrockneten Kräuter miteinander vermischen und anschließend mit dem Salz vermengen. Wer ein feineres Salz möchte, kann die Mischung kurz im Mörser oder Mixer zerkleinern.
Die getrocknete Zitronenschale sorgt für eine frische Note und macht das mediterrane Salz besonders aromatisch.
Passt besonders gut zu: Tomaten, Zucchini, Auberginen, Kartoffeln und mediterranen Salaten.
3. Knoblauch-Kräutersalz – kräftig und aromatisch
Knoblauch und Kräuter sind eine unschlagbare Kombination. Dieses Salz ist kräftig, würzig und ideal für herzhafte Gerichte.
Zutaten
- 100 g Meersalz
- 2 EL getrockneter Knoblauch
- 1 EL Thymian
- 1 EL Rosmarin
- 1 EL Petersilie
- 1 TL Majoran
Zubereitung
Alle Zutaten miteinander vermischen und nach Wunsch im Mörser etwas feiner zerreiben.
Für dieses Rezept sollte unbedingt getrockneter Knoblauch verwendet werden. Frischer Knoblauch enthält viel Feuchtigkeit und kann die Haltbarkeit der Mischung beeinträchtigen.
Das fertige Knoblauch-Kräutersalz schmeckt wunderbar zu Bratkartoffeln, Gemüse aus dem Ofen, Kräuterbutter oder selbst gebackenem Brot.
4. Zitronen-Kräutersalz – frisch und leicht
Wenn ein Salz nicht schwer und würzig, sondern frisch und fein schmecken soll, ist diese Variante genau richtig. Zitronenschale verbindet sich wunderbar mit Kräutern und bringt eine frische, fast sommerliche Note.
Zutaten
- 100 g Meersalz
- 1–2 TL fein abgeriebene Zitronenschale
- 1 EL Thymian
- 1 EL Petersilie
- 1 EL Rosmarin
- 1 EL Schnittlauch
Zubereitung
Von einer unbehandelten Zitrone nur die äußere gelbe Schale abreiben. Die Schale anschließend gründlich trocknen. Sie darf im fertigen Salz keinerlei Feuchtigkeit mehr enthalten.
Getrocknete Zitronenschale und Kräuter mit dem Salz vermischen und fein mahlen.
Dieses Salz eignet sich besonders gut für Fisch, Gemüse, Salate, Kartoffeln und leichte Sommerküche.
Küchentipp: Auch über eine Avocado, ein gekochtes Ei oder geröstetes Gemüse gestreut ist das Zitronen-Kräutersalz wunderbar.
5. Chili-Kräutersalz – für alle, die es etwas feuriger mögen
Eine kleine Prise Chili kann aus einem einfachen Kräutersalz eine ganz besondere Würzmischung machen. Die Schärfe lässt sich dabei ganz einfach an den eigenen Geschmack anpassen.
Zutaten
- 100 g Meersalz
- 1 EL getrocknete Chiliflocken
- 1 EL Rosmarin
- 1 EL Thymian
- 1 EL Oregano
- 1 EL Petersilie
Zubereitung
Getrocknete Kräuter und Chiliflocken mit dem Salz vermischen. Für eine feinere Mischung alles kurz im Mörser zerreiben.
Wer es nur leicht scharf mag, verwendet entsprechend weniger Chili. Für eine kräftigere Variante kann die Menge erhöht werden.
Das Chili-Kräutersalz passt besonders gut zu Grillgemüse, Kartoffelspalten, Pasta, Tomatengerichten und Hülsenfrüchten.
6. Wildkräutersalz – die grüne Vielfalt der Natur
Wildkräuter verleihen einem Kräutersalz einen ganz eigenen Charakter. Je nach Jahreszeit kann die Mischung immer wieder anders aussehen.
Geeignet sind beispielsweise junge Blätter von Brennnessel, Giersch, Löwenzahn oder Gundermann, sofern sie sicher bestimmt wurden und von unbelasteten Stellen stammen.
Zutaten
- 100 g Meersalz
- 1 EL getrocknete Brennnessel
- 1 EL getrockneter Giersch
- 1 EL getrockneter Löwenzahn
- 1 TL getrockneter Gundermann
- 1 EL Petersilie
Zubereitung
Die gesammelten Wildkräuter zunächst sorgfältig kontrollieren und anschließend gründlich trocknen. Erst wenn sie wirklich vollständig trocken sind, werden sie mit dem Salz vermischt.
Die Mischung kann grob bleiben oder fein gemahlen werden.
Wildkräutersalz ist besonders schön als kleines selbst gemachtes Geschenk. In einem kleinen Glas, mit einem Etikett versehen und vielleicht noch mit einem Stück Naturpapier dekoriert, wird daraus ein persönliches Mitbringsel.
Wichtig: Bei Wildkräutern nur Pflanzen verwenden, die eindeutig bestimmt wurden. Nicht an stark befahrenen Straßen, gedüngten Flächen oder anderen belasteten Standorten sammeln.
7. Lavendel-Salz – fein, floral und außergewöhnlich
Lavendel ist nicht nur für Duftkissen und Badezusätze interessant. Die Blüten können auch in der Küche sparsam eingesetzt werden.
Für ein Lavendel-Salz werden ausschließlich ungespritzte, essbare Lavendelblüten verwendet.
Zutaten
- 100 g grobes Meersalz
- 1 TL getrocknete Lavendelblüten
- 1 EL Thymian
- 1 EL Rosmarin
- 1 EL Majoran
Zubereitung
Die getrockneten Lavendelblüten mit den Kräutern und dem Salz vermischen. Da Lavendel sehr intensiv ist, sollte er sparsam dosiert werden.
Das fertige Salz eignet sich besonders für Gemüsegerichte, Kartoffeln und kreative Salatvariationen. Auch als kleine Prise auf einer selbst gemachten Kräuterbutter kann es interessant sein.
Tipp: Lavendel sollte im Kräutersalz nicht dominieren. Weniger ist hier eindeutig mehr.
8. Bärlauchsalz – der würzige Frühlingsvorrat
Bärlauch gehört zu den beliebtesten Wildkräutern des Frühlings. Sein kräftiges Knoblaucharoma lässt sich wunderbar in Salz konservieren.
Zutaten
- 100 g Meersalz
- 30–40 g frische Bärlauchblätter
Zubereitung
Den Bärlauch gründlich waschen und anschließend sehr sorgfältig trocken tupfen. Je weniger Wasser an den Blättern bleibt, desto besser.
Bärlauch fein hacken oder pürieren und mit dem Salz vermischen. Die Mischung anschließend möglichst dünn verteilen und langsam trocknen lassen.
Während des Trocknens regelmäßig wenden oder auflockern. Erst wenn die Mischung vollständig trocken ist, wird sie fein gemahlen und anschließend noch einmal gut durchgetrocknet.
Das Bärlauchsalz schmeckt wunderbar zu Kartoffeln, Gemüse, Suppen, Salaten, Kräuterquark oder einfach auf frischem Brot.
Beim Sammeln von Bärlauch ist besondere Vorsicht geboten: Die Blätter können mit giftigen Pflanzen verwechselt werden. Deshalb nur sammeln, wenn die Pflanze sicher bestimmt werden kann.
So gelingt selbst gemachtes Kräutersalz
Für alle Varianten gelten einige einfache Grundregeln.
1. Kräuter vollständig trocknen
Feuchtigkeit ist der wichtigste Punkt. Kräuter und andere Zutaten müssen vor der Lagerung wirklich trocken sein. Besonders bei frischen Kräutern, Knoblauch, Zitrusschalen und Bärlauch sollte darauf geachtet werden.
2. Nicht zu heiß trocknen
Viele Kräuter werden bei zu hohen Temperaturen schnell dunkel und verlieren Aroma. Besser ist eine niedrige Temperatur und etwas Geduld.
3. Salz nach Geschmack wählen
Grobes Meersalz eignet sich besonders gut für Kräutersalz. Wer eine feinere Mischung möchte, kann es anschließend mahlen.
4. Sauber und trocken abfüllen
Die fertige Mischung sollte in saubere, vollständig trockene Gläser gefüllt und gut verschlossen werden.
5. Dunkel lagern
Licht und Wärme können Farbe und Aroma beeinträchtigen. Ein trockener Küchenschrank oder eine Vorratskammer ist daher besser als ein sonniges Fensterbrett.
Kräutersalz als kleines Geschenk aus der eigenen Küche
Selbst gemachtes Kräutersalz eignet sich wunderbar als kleines Geschenk. Besonders schön wirkt eine Auswahl verschiedener Sorten: mediterranes Salz, Bärlauchsalz, Zitronensalz oder ein Wildkräutersalz.
Kleine Schraubgläser lassen sich mit handgeschriebenen Etiketten versehen. Dazu vielleicht ein Stück Kraftpapier, eine Kordel und ein kleiner Zweig getrockneter Kräuter – schon entsteht ein schlichtes, natürliches Geschenk.
Und vielleicht ist genau das der besondere Reiz von selbst gemachtem Kräutersalz: Aus wenigen Zutaten entsteht etwas, das den Duft eines Kräutergartens, die Würze des Sommers oder die wilde Vielfalt einer Wiese über viele Monate in der Küche bewahrt.
Acht Mischungen, unzählige Möglichkeiten – und jedes Glas schmeckt ein kleines bisschen nach selbst gemachter Natur.
